Auslaufende Einspeisevergütung
bei Ü20-EEG-Anlagen FAQ

Vor 20 Jahren wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet. Darin wurde eine Einspeisevergütung für Betreiber von bspw. Photovoltaik- oder Windkraftanlagen für eine Frist von 20 Jahren festgelegt. Das bedeutet, dass für alle Anlagen, die erstmals im Jahr 2000 eine Vergütung erhalten haben, diese zum 31.12.2020 endet.

Die Betreiber von diesen Anlagen stehen nun vor der Frage, wie sie den in ihren Anlagen erzeugten Strom nach Ende der EEG Förderung weiter nutzen können.

In der folgenden Fragen und Antworten Liste finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen, die wir nach aktuellem Wissen zum Stand der Rechtslage beantwortet haben. Sollten Sie Ihre Frage nicht in der Liste finden, senden Sie uns hierzu eine Mail.

Vergütung

Meine Anlage wird nach dem Konzept der Volleinspeisung bzw. der kaufmännisch-bilanziellen Einspeisung betrieben. Ich speise alle erzeugten Strommengen direkt in das Verteilnetz der SWKN ein.Die Förderung für meine EEG-Anlagen läuft aus, was muss ich tun?

Die Anlage kann weiterhin in Volleinspeisung betrieben werden. Dann ist kein Umbau in der Kundenanlage oder kein zusätzlicher Erzeugungszähler erforderlich.

Für die Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung kann sich der Anlagenbetreiber einerseits einen sogenannten Direktvermarkter besorgen. Die sonstige Direktvermarktung bringt es mit sich, dass die gesamte Ist-Einspeisung der Anlage in viertelstündlicher Auflösung gemessen und bilanziert werden muss (vgl. § 21b Abs. 3 EEG 2017). Der neue Entwurf zum EEG sieht vor, dass dabei die Pflicht zur viertelstündigen Messung für Anlagen bis 100 kWp entfällt. Bei der Vermarktung der Strommengen über die sonstige Direktvermarktung ist die Pflicht zur Abrufung und Fernsteuerung der Einspeisung gemäß § 10b des EEG-Entwurfes bindend und nur bei einer Volleinspeisung bzw. kaufmännisch-bilanzieller Weitergabe der Strommengen nach vertraglicher Vereinbarung mit dem Direktvermarkter nicht bindend.

Da eine Lastgangmessung insbesondere für kleinere Anlagen unrentabel ist, wird sich dies nur über den Einsatz eines intelligenten Messsystems (iMS) realisieren lassen. Wird die sonstige Direktvermarktung nicht in Anspruch genommen, hat der Gesetzgeber anderserseits im EEG-Entwurf festgelegt, dass der Netzbetreiber die jeweils gesamte Stromerzeugungsmenge vorerst ohne iMS in seinen Bilanzkreis aufnimmt. Dies gilt nur für EEG-Anlagen, die unter dem Konzept der Volleinspeisung bzw. der kaufmännisch-bilanziellen Weitergabe der Strommengen arbeiten. Für EEG-Anlagen mit einer Leistung bis 100 kWp gilt diese Regelung der Auffangvergütung bis Ende des Jahres 2027. Für Anlagen größer 100 kWp gilt eine Übergangsregelung von einem Jahr (bis Ende 2021), in welchem der Verteilnetzbetreiber die Einspeisemengen aufnimmt, bevor die Anlage in die sonstige Direktvermarktung wechseln muss.

Meine Anlage wird nach dem Konzept der Eigenversorgung (Überschusseinspeisung) betrieben bzw. ich möchte meine Anlage auf dieses Konzept umstellen. Was muss ich beachten?

Wenn die bisher in Volleinspeisung betriebene PV-Anlage nach dem Konzept der Eigenversorgung (Überschusseinspeisung) betrieben werden soll (oder das Versorgungskonzept bereits so festgelegt ist), ist in jedem Fall der Einbau eines iMS erforderlich. Die Umstellung auf Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung erfolgt entweder unter Nutzung der sonstigen Direktvermarktung oder mit Inanspruchname der sogenannten Auffangvergütung.

Das iMS dient zur Vermarktung der Überschusseinspeisung sowie der Bestimmung des für die Abführung der 40% EEG-Umlage maßgeblichen Eigenverbrauchs und wird bei EEG-Anlagen, die nach dem Konzept der Überschusseinspeisung arbeiten, benötigt. Stellt der Anlagenbetreiber das Versorgungskonzept auf Eigenverbrauch um, muss er sich also einen Direktvermarkter für die Vermarktung und Vergütung der Überschusseinspeisemengen suchen oder er nimmt die Auffangvergütung durch den Netzbetreiber in Anspruch. Voraussetzung ist hierbei jedoch die Installation eines iMS. Der Verteilnetzbetreiber ist sonst nicht verpflichtet die Überschussmengen aufzunehmen und zu vergüten.

Welche Vergütung bekomme ich für meine Einspeisung die vom Netzbetreiber aufgenommen wird?

Die Vergütung ergibt sich aus dem sogenannten Marktwert, der sich aus den Strompreisen, die an der EEX-Strombörse gehandelt werden, ableitet.

Unter dem Link https://www.netztransparenz.de/EEG/Marktpraemie/Marktwerte sind die festgelegten Monats- und Jahresmarktwerte veröffentlicht.

Den für die Vermarktung der aufgenommenen Energie entstandenen Aufwand darf der Verteilnetzbetreiber über eine Vermarktungspauscha le in Höhe von 0,4 ct/kWh für PV-Anlagen in Abzug bringen (bei Vorhandensein eines iMS verringert sich die Pauschale laut derzeitigem Gesetzesentwurf auf 0,2 ct/kWh).

Wie erhalte ich die Vergütung der Überschusseinspeisung?

Derzeit gibt es noch keinen Umsetzungsleitfaden, wie die Vergütung der durch den Verteilnetzbetreiber aufgenommenen Überschussmengen zu erfolgen hat. Wir nehmen an, dass dies vergleichbar mit der heutigen EEG-Vergütung auf Basis monatlicher Abschläge erfolgt und einmal jährlich auf Grundlage des Jahresmarktwertes scharf abgerechnet wird.

Wie kann ich einen Direktvermarkter finden, der mir eine Vertrag für die Vergütung meiner erzeugten Energie anbietet?

Als Netzbetreiber dürfen wir keine Empfehlungen für einen Direktvermarkter geben. Der Anlagenbetreiber muss sich also selbst einen Direktvermarkter suchen, sofern er diese Option der Veräußerung der Strommengen wünscht. Macht er dies nicht, sind wir als Verteilnetzbetreiber laut EEG-Novelle bis Ende des Jahres 2027 verpflichtet, für Anlagen < 100 kWp die ins Netz eingespeisten Mengen vergleichbar einem Direktvermarkter aufzunehmen und mit Marktpreisen zu vergüten.

Einspeisemengen von Anlagen größer 100 kWp werden nur bis Ende des Jahres 2021 vom Netzbetreiber unter Beachtung des Versorgungskonzept aufgenommen und vergütet: Bei Anlagen, die unter Volleinspeisung betrieben werden ist im Gegensatz zu Anlagen, die in Überschusseinspeisung betrieben werden, nichts weiter zu beachten. Bei Anlagen mit Überschusseinspeisung wird ein iMS benötigt. Die vertraglichen Grundlagen hierfür werden in sogenannten PPA (Power Purchase Agreements) abgebildet.

EEG-Umlage

Wie erfolgt die Ermittlung und Berechnung der EEG-Umlage?

Die für die Berechnung der EEG-Umlage maßgebliche Eigenverbrauchsmenge wird aus der Differenz des Erzeugungszählers abzgl. der Menge der Überschusseinspeisung ermittelt und mit 40% der EEG-Umlage in Rechnung gestellt. Voraussetzung bei einer Umstellung von Volleinspeisung auf Eigenverbrauchsregelung ist jedoch der Einbau eines iMS.

Ist die EEG-Umlage bereits verbindlich zu zahlen oder gibt es noch eine Befreiung?

Nach aktuellem Stand der EEG-Novelle gibt es für ausgeförderte EEG-Anlagen keine Befreiung von der EEG-Umlage.

Einspeisemodell / Versorgungskonzept / Zählertechnik

Ich möchte meine Anlage auf Eigenverbrauch umstellen, was muss ich tun?

Wenn Ihre Anlage bisher über einen Erzeugungs-/Einspeisezähler die volle Erzeugungsmenge in das öffentliche Verteilnetz eingespeist hat, dann ist zu prüfen, ob der Zähler zukünftig weiter als Erzeugungszähler genutzt und intern auf die Verbraucher in der Kundenanlage umgeklemmt werden kann.

Der vorhandene Bezugszähler muss dann gegen intelligentes Messsystem (iMS) ausgetauscht werden.

Kann der Messstellenbetreiber der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH wenn er Vor-Ort zum Zählertausch auch die Umklemmung in der Kundenanlage vornehmen?

Der Messstellenbetreiber darf aus haftungsrechtlichen Gründen nicht in die Kundenanlage eingreifen. Dies muss ein beim örtlichen Verteilnetzbetreiber zugelassenes Elektroinstallateursunternehmen vornehmen. Der Elektroinstallateur muss das Messkonzept ändern und einen neuen Inbetriebsetzungsantrag (IBS-Antrag) unterschreiben.

Die Termine können aufeinander abgestimmt werden, so dass zeitgleich zum Umklemmen der neue Zähler gesetzt wird.

Wenn ein neuer 2-Richtungszähler gesetzt wird, misst dieser dann saldierend über 3-Phasen den Bezug und die Überschusseinspeisemenge?

Der Einbau eines direktmessenden 2-Richtungszählers saldiert über alle 3-Phasen.

Direktmessender Zähler ist saldierend

Was kostet mich der zusätzliche Zähler?

Die Kosten für einen zusätzlichen Erzeugungszähler oder einen 2-Richtungszähler können dem Preisblatt des Netzbetreibers unter https://www.netzservice-swka.de entnommen werden.Preisblatt

Wie kann ich verhindern, dass Überschussstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird?

Solange Reststrom aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, gibt es keine Insellösung. Und nur bei einer echten Insellösung fällt keine EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch an. Der Anlagenbetreiber kann seine Eigenverbrauchsquote durch den Einbau eines Batteriespeichers optimieren, aber auch in diesen Fällen kann es zu einer Überschusseinspeisung kommen.

Ein 2-Richtungszähler im Verbund mit einen Gateway (zusammen iMS) ist auf jeden Fall zu setzen. Für eine Insellösung ist eine Trennung der elektrischen Systeme notwendig, ebenso ein neuer Wechselrichter, der nicht netzgeführt sein muss.

Formales

Muss ich meinen Einspeisevertrag selbst kündigen?

Nein, durch die einseitig mögliche und ausgesprochene Kündigung durch die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH endet der Vertrag über die EEG-Vergütung zum 31.12.2020

Muss ich den Vertrag auch kündigen, wenn ich meine Anlage zum 01.01.2021 stilllege?

Nein, dies ist durch die einseitig mögliche und ausgesprochene Kündigung durch die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH bereits erfolgt.

Die Stilllegung der Anlage muss dem Netzbetreiber jedoch mitgeteilt werden, damit ggf. ein vorhandener Erzeugungszähler ausgetauscht werden kann und die Information vorliegt, dass die Anlage nicht mehr ins öffentliche Netz einspeist. Eine Mitteilung über die Stilllegung im Marktstammdatenregister ist erforderlich.

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