Krisenvorsorge Gas – Frühwarnstufe des Notfallplans aktiviert

Update: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat am 23. Juni nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung die zweite von drei Stufen des Notfallplan Gas ausgerufen, die so genannte Alarmstufe. Sie tritt ein, wenn eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt - der Markt aber noch nicht in der Lage ist, diese Störung/Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen

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Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 30. März 2022 vorsorglich die Frühwarnstufe ausgerufen. Dies ist eine vorsorgliche Maßnahme, die dazu dient, dass alle Unternehmen und Institutionen sich auf den Fall einer Lieferunterbrechung und dadurch verursachte mögliche Engpässe in der Gasversorgung vorbereiten können. Es bedeutet nicht, dass ein akuter Gasmangel besteht.

Aktuell ist die Versorgung mit Gas bis auf Weiteres gesichert.

Der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. hat zum Krisenmanagement im Fall eines Versorgungsengpasses folgende Infobroschüre veröffentlicht: BDEW Infoblatt zur Versorgungssicherheit

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Krisenvorsorge bei der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH

Aktuelle Gassituation

21.09.2022 Aus dem Lagebericht der Bundesnetzagentur

  • Die Gaslieferungen durch die Nord Stream 1 wurden von russischer Seite unter Verweis auf angebliche Mängel an der Verdichterstation Potovaya nicht wieder aufgenommen.

  • Im September finden zahlreiche Wartungsarbeiten an der europäischen Gasinfrastruktur statt, etwa in Belgien und Norwegen. Nach Einschätzung der sind die Wartungsarbeiten für die Versorgungssicherheit in Deutschland nicht relevant. Potentielle, temporäre Rückgänge der Import- und Exportflüsse, die im Zusammenhang mit den Wartungen stehen, werden zum Teil direkt über andere Quellen ausgeglichen.

  • Es wird weiter eingespeichert. Der Gesamtspeicherstand in Deutschland liegt bei 90,07 %. Der Füllstand des Speichers Rehden beträgt 74,63 %.

  • Vom 12.09.2022 bis zum 24.09.2022 (jeweils 06:00 Uhr) findet eine geplante Wartung am Speicher Rehden statt. In diesem Zeitraum wird in den Speicher weder eingespeichert noch ausgespeichert.

  • Die Großhandelspreise schwanken stark, bewegen sich aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Unternehmen und private Verbraucher müssen sich auf deutlich steigende Gaspreise einstellen.

  • Die Bundesnetzagentur betont ausdrücklich die Bedeutung eines sparsamen Gasverbrauchs.

Erdgasverbrauch in Deutschland und im Netzgebiet der terranets bw
Die BNetzA hat in ihrem „Situationsbericht Lage der Gasversorgung in Deutschland" den Gasverbrauch im Monat August veröffentlicht. Für August ist im Vergleich zum Vorjahr ein etwas höherer Gasverbrauch zu beobachten.

Auch terranets bw wertet monatlich den Erdgasverbrauch in ihrem Netzgebiet aus. Im August 2022 war der Verbrauch im Netzgebiet Baden-Württemberg um 25% geringer als im Vorjahr.

Aktuelle Gassituation

12.09.2022 Aus dem Lagebericht der Bundesnetzagentur

  • Die Gaslieferungen durch die Nord Stream 1 wurden von russischer Seite unter Verweis auf angebliche Mängel an der Verdichterstation Potovaya nicht wieder aufgenommen. Die von russischer Seite behaupteten Mängel sind nach Einschätzung der Bundesnetzagentur technisch kein Grund für die Einstellung des Betriebs.

  • Aufgrund der verstärkten Vorsorgemaßnahmen der vergangenen Monate ist Deutschland auf einen Ausfall der russischen Lieferungen mittlerweile besser vorbereitet als noch vor einigen Monaten. Sowohl bei der Speicherbefüllung, als auch bei der Versorgung über andere Lieferwege als russische Pipelines und der Schaffung neuer Anlandekapazitäten für Flüssiggas wurden gute Fortschritte erzielt.

  • Es wird weiter eingespeichert. Der Gesamtspeicherstand in Deutschland liegt bei 86,84 %. Der Füllstand des Speichers Rehden beträgt 72,01 %.

  • Die Großhandelspreise schwanken stark, bewegen sich aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Unternehmen und private Verbraucher müssen sich auf deutlich steigende Gaspreise einstellen.

  • Die Bundesnetzagentur betont ausdrücklich die Bedeutung eines sparsamen Gasverbrauchs.

BNetzA veröffentlicht Definition zu lebenswichtigen Bedarfen geschützter und nicht geschützter Kunden

Wenn die Notfallstufe des Notfallplans Gas in Kraft tritt, übernimmt die Bundesnetzagentur die Aufgabe des Bundeslastverteilers (BLastV). Der BLastV hat die Entscheidung über Maßnahmen zur Deckung des lebenswichtigen Bedarfs an Gas zu treffen. Die Definition zu lebenswichtigen Bedarfen geschützter und nicht geschützter Kunden in einer nationalen Gasmangellage hat die BNetzA veröffentlicht unter Aktuelle Versorgungslage > Hintergrundinformationen.

Erfolgreicher Testlauf bestätigt Vorbereitungen für den Transport von odoriertem Gas

Wie angekündigt, könnte auch odoriertes Gas aus Frankreich einen Beitrag zur Stabilisierung der Versorgungslage in Deutschland leisten. terranets bw hat sich in den vergangenen Monaten eng mit den deutschen Fernleitungsnetzbetreibern und ihren Kunden abgestimmt und alle technischen Vorbereitungen soweit abgeschlossen.

  • Am Grenzübergangspunkt Medelsheim (südwestlich von Saarbrücken) wurde nun bei einem Testlauf odoriertes Gas in das deutsche Gastransportnetz übernommen. Der Testlauf bestätigte, dass der Transport nach Deutschland umgesetzt werden kann, sobald die politische Entscheidung für einen Import getroffen wurde.

Aktuelle Gassituation

25.08.2022 Aus dem Lagebericht der Bundesnetzagentur

  • Die Lage ist angespannt und eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden. Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment aber stabil. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist derzeit weiter gewährleistet.

  • Die Gasflüsse aus der Nord Stream 1 liegen derzeit bei etwa 20 % der Maximalleistung.
  • Es wird weiter eingespeichert. Der Gesamtspeicherstand in Deutschland liegt bei 80,65 %. Der Füllstand des Speichers Rehden beträgt 61,92 %.
  • Die Großhandelspreise sind zuletzt stark angestiegen und bewegen sich weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Speicherfüllstandsziel von 75 Prozent erreicht

Mitte August hat der durchschnittliche Füllstand der deutschen Gasspeicher die Marke von 75 Prozent überschritten. Damit wurde das für den 01. September vorgegebene Ziel vorzeitig erreicht. Zum 01. Oktober soll ein Füllstand von 85 Prozent erreicht werden.
Die Füllstände aller europäischen Gasspeicher sind veröffentlicht auf der Transparenzplattform der GIE.

Rückgang des Erdgasverbrauchs in Deutschlands

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht monatlich eine Übersicht des Erdgasverbrauchs in Deutschland, welche den Verbrauch im Jahr 2022 im Vergleich zum Jahr 2021 zeigt: Grafik "Monatlicher Erdgasverbrauch".

Der BDEW meldete nun, dass der deutsche Gasverbrauch im ersten Halbjahr mit 497 Mrd. kWh um 14,7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum lag. Ein Grund sei die aktuell deutlich mildere Witterung als noch im Frühjahr 2021, aber auch temperaturbereinigt ergebe sich noch ein Minus von rund acht Prozent, teilte der BDEW mit. Weitere Informationen enthält die Pressemitteilung des BDEW.

Weitere Anstrengungen notwendig

Gleichwohl sind, so das Ergebnis der Modellierungen der BNetzA zur Versorgungslage, weitere Anstrengungen erforderlich. Eine Gasmangellage kann nur verhindert werden durch deutliche Gaseinsparungen von 20% im Inland und eine Reduzierung der Exporte

Angekündigte Wartung der Nord Stream 1 bestärkt gemeinsames Bestreben Energie zu sparen

Gazprom kündigte an, dass vom 31. August bis zum 2. September wegen Wartungsarbeiten kein Gas nach Deutschland über die Nord Stream 1 fließen werde. Die angekündigte Wartung der Nord Stream 1 und die damit einhergehende reduzierte Liefermenge von Gas aus Russland bedeutet für uns als Gesellschaft wie auch für uns als Unternehmen, alle Anstrengungen für die Einsparung von Energie mit Hochdruck zu verfolgen, um möglichst hohe Speicherfüllstände vor dem kommenden Winter zu erreichen.


Die Gasmangellage 2012 in Süddeutschland hat die Wichtigkeit der Krisenvorsorge bei der Gasversorgung verdeutlicht. Es ist wichtig, entsprechende Vorsorgen zu treffen um im Falle einer Krisensituation bestmöglich vorbereitet zu sein.


Die gesetzlichen Grundlagen hierfür sind im § 16 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) geregelt. Demnach sind die Gasnetzbetreiber im Falle einer Gefährdung oder Störung der Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Gasversorgungssystems berechtigt, aber auch verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Gefährdung oder Störung zu beheben.

Die genaue Vorgehens- und Handlungsweise im Falle einer Gaskrise sind im Handlungsleitfaden des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) konkretisiert. Der Leitfaden beschreibt neben den prozessualen Abläufe auch die damit verbundenen Informationspflichten und Kommunikationswege. Dadurch sollen die Maßnahmen nach § 16 und § 16a EnWG optimal umgesetzt werden.

Zur Behebung einer Krise ist ein stufenweises Vorgehen vorgeschrieben.
Folgende Maßnahmen können umgesetzt werden:

1. Maßnahmen nach §16 Abs. 1 EnWG

  • a) Unterbrechung vertraglich unterbrechbarer Bestellungen
  • b) Netzumschaltungen

2. Maßnahmen nach §16 Abs 2. EnWG

  • a) Kürzung von nicht geschützten Letztverbrauchern
  • b) Kürzung von Systemrelevanten Gaskraftwerken
  • c) Kürzung von geschützten Letztverbrauchern


Welche Anlagen sind von der Krisenvorsorge betroffen?

Alle Anlagen, bei denen eine registrierende Leistungsmessung, bzw. registrierende Lastgangmessung erfolgt, sind von der Krisenvorsorge betroffen. Nicht betroffen sind somit alle Haushaltskunden.

Bei der Abschaltung sind darüber hinaus im ersten Schritt der Abschaltung alle geschützten Kunden (gemäß § 53a EnWG) nicht betroffen.

Warum erfolgt eine Datenabfrage zur Krisenvorsorge Gas?

Die Daten benötigen wir, um im Falle einer Krise schnellstmöglich unsere betroffenen Kunden informieren zu können.

Nur mit Hilfe der Datenabfrage ist es uns möglich, geschützte Kunden mit einer registrierenden Lastgangmessung zu ermitteln.

Wie erfolgt die Datenabfrage?

Die Datenabfrage erfolgt einmal pro Jahr schriftlich (per Post oder per E-Mail) bei den betroffenen Kunden.

Wie werden die betroffenen Kunden im Falle einer Gaskrise informiert?

Für die Kontaktaufnahme im Falle eine Krise werden die in der Datenabfrage hinterlegten Kontaktdaten der Kunden verwendet.

Was mache ich, wenn sich meine Kontaktdaten geändert haben?

Es ist von großer Wichtigkeit, dass die Kundendaten stets aktuell sind und Änderungen der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH mitzuteilen.

Sollten sich Ihre Kontaktdaten ändern, bitten wir Sie, uns dies (zusätzlich zur jährlichen Datenabfrage) mitzuteilen an folgende Adresse:

krsnvrsrgntzsrvc-swkd


Bei welchen Kunden handelt es sich um „geschützte“ Kunden gemäß § 53a EnWG?

Gemäß § 53a EnWG geschützte Kunden sind:

1. Letztverbraucher im Erdgasverteilernetz, bei denen standardisierte Lastprofile Anwendung finden, oder Letztverbraucher im Erdgasverteilernetz, die Haushaltskunden zum Zwecke der Wärmeversorgung beliefern und zwar zu dem Teil, der hier benötigt wird,

2. grundlegende soziale Dienste im Sinne des Artikels 2 Nummer 4 der Verordnung (EU) 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 im Erdgasverteilernetz und im Fernleitungsnetz,

3. Fernwärmeanlagen, soweit sie Wärme an Kunden im Sinne von Nummer 1 und 2 liefern, an ein Erdgasverteilernetz oder ein Fernleitungsnetz angeschlossen sind und keinen Brennstoffwechsel vornehmen können, und zwar zu dem Teil, der für die Wärmelieferung benötigt wird.

Welche Grundlagen zur Krisenvorsorge Gas gelten?


Gesetzliche Grundlagen auf europäischer Ebene:

Verordnung (EU) Nr. 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung

Gesetzliche Grundlagen auf nationaler Ebene:

Energiewirtschaftsgesetz

https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/

Gesetz zur Sicherung der Energieversorgung
https://www.gesetze-im-internet.de/ensig_1975/BJNR036810974.html

Verordnung zur Sicherung der Gasversorgung in einer Versorgungskrise

https://www.gesetze-im-internet.de/gassv/BJNR005170982.html

Darüber hinaus wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) der Präventionsplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Mehr erfahren

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/praeventionsplan-gas-fuer-die-bundesrepublik-deutschland.pdf


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