Speicherheizungen und Wärmepumpen

Netzzugang

Grundlage für die Belieferung von Speicherheizungs- oder Wärmepumpenanlagen im Netzgebiet der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH

Kundenanlagen mit elektrischen Speicherheizungen oder Wärmepumpenanlagen im Netzgebiet der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH ist das vom Verband der Netzbetreiber (VDN) und der Universität Cottbus erarbeitete Verfahren der temperaturabhängigen Lastprognose.

Dieses Lastprognoseverfahren ist prinzipiell im VDN-Praxisleitfaden "Lastprofile für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen" beschrieben und kann beim Verband angefordert werden.

Gemäß den Anforderungen des Praxisleitfadens sind nachfolgend die von jedem Netzbetreiber bereitzustellenden Informationen und Festlegungen für das Netzgebiet der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH aufgeführt:


Normlastprofil für Speicherheizungs- oder Wärmepumpenanlagen

Entnahmestellen mit einem Jahresverbrauch bis zu 100.000 kWh werden mit Standard-Lastprofilen beliefert. Die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH wendet ein gemeinsames temperaturabhängiges Heizungsprofil mit einer Kurvenschar in 1°-Schritten an. Das temperaturabhängige Lastprofil S0 steht in elektronischer Form zur Verfügung.


Temperaturdaten

Der Netzbetreiber hat als maßgebliche Temperaturmessstelle für die Tagesmitteltemperatur Tm bis zum 31.10.2008 die Messstelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Karlsruhe (DWD Stationsnummer 10727) und ab dem 01.11.2008 die Messstelle (DWD Stationsnummer 10731) festgelegt. Die Istwerte der Tagesmitteltemperaturen in Karlsruhe der Jahre 1998 bis 2010 stehen als Excel-Tabelle zur Verfügung. Die Istwerte der Tagesmitteltemperaturen des laufenden Jahres werden täglich aktualisiert und können bei Herrn Dreixler angefordert werden.

Als Bezugstemperatur Tbezug wird der Wert +17 °C angesetzt. Bei Tagesmitteltemperaturen größer als +17 °C wird die Temperaturmaßzahl auf Null gesetzt.

Der Netzbetreiber wendet ein temperaturabhängiges Standard-Lastprofil mit einer Kurvenschar in 1°-Schritten für alle Speicherheizungs- bzw. Wärmepumpenanlagen im Netzgebiet an. Die Auswahl einer Kurve aus der angegebenen Kurvenschar für einen Beispieltag (d) erfolgt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Tagesmitteltemperatur Tm (d) sowie der Vortagestemperaturen Tm (d-1) bis Tm (d-3) durch Bildung einer äquivalenten Tagesmitteltemperatur Tm,äquiv gemäß nachfolgender Formel:

Tm,äquiv = 0,5 x Tm (d) + 0,3 x Tm (d-1) + 0,15 x Tm (d-2) + 0,05 x Tm (d-3)


Ermittlung der Temperaturmaßzahl

Die Temperaturmaßzahl TMZ errechnet sich nach der Gleichung TMZ = Tbezug - Tm und ist auf eine Nachkommastelle zu runden. Als Bezugstemperatur Tbezug ist der Wert +17 °C anzusetzen. Bei Tagesmitteltemperaturen größer als +17 °C wird die Temperaturmaßzahl auf Null gesetzt. Die Summe der Temperaturmaßzahlen TMZ über einen Zeitraum ist ohne Nachkommastelle anzugeben


Ermittlung des Entnahme-Lastprofils

Bei Anlagen mit Speicherheizung, die über einen Zähler mit Zweitarifumschaltung gemessen werden (gemeinsame Erfassung des Allgemein- und Heizungsverbrauchs über einen Zähler), wird die NT-Arbeit als Speicherheizungsverbrauch und die HT-Arbeit als Allgemeinverbrauch angesetzt. Den HT- und NT-Verbräuchen werden getrennte Lastprofile und Prognoseverbräuche zugeordnet. Einzähleranlagen mit zwei Zählwerken werden durch den Lieferanten als eine Entnahmestelle angemeldet und können nur von einem Lieferanten beliefert werden (ein Zähler).

Für Wärmepumpenanlagen die mit einem Zähler mit Zweitarifumschaltung gemessen werden, ist eine Aufteilung in Allgemein- und Wärmepumpenverbrauch nicht möglich. Die Netznutzung für diese Wärmepumpenanlage erfolgt nach den Konditionen entsprechender Anlagen mit reinem Allgemeinverbrauch.

Für Speicherheizungsanlagen und Wärmepumpenanlagen, die mittels Lastprofilverfahren beliefert werden sollen, ist bei der Anmeldung das Feld "Zählverfahren" mit E14/E24 gekennzeichnet.

Ohne diese Angabe gilt die Kundenanlage als Anlage ohne Speicherheizung bzw. Wärmepumpe angemeldet.

Bei Anlagen mit getrennter Messung für Allgemein- und Heizungsverbrauch (zwei Zählpunkte) muss jeder Zählpunkt durch den Lieferanten getrennt angemeldet werden. Es sind somit verschiedene Lieferanten für Allgemeinverbrauch und für Heizungsverbrauch möglich. Bei getrennter Messung gilt für die Speicherheizung oder die Wärmepumpe das Lastprofil "S0".

Bei Einzähleranlagen mit Eintarifzählung und gemischtem Heizungs- oder Wärmepumpen- und Allgemeinverbrauch ist keine Aufteilung auf Allgemein- und Heizungsverbrauch möglich. Die Netznutzung ist daher nur zu den Konditionen entsprechend Anlagen mit reinem Allgemeinverbrauch möglich. Alternativ kann der Lieferant beim Netzbetreiber einen kostenpflichtigen Umbau der Messeinrichtung beantragen.

Die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH erstellt monatlich auf Basis der Ist-Tagesmitteltemperaturen und der angemeldeten Jahresverbrauchsprognose für jeden Lieferanten die ¼ h-Zeitreihe der Entnahme für das Lastprofil S0, addiert diese zur SLP-Zeitreihe des entsprechenden Bilanzkreises und teilt diese dem Übertragungsnetzbetreiber mit.


Netznutzungsentgelt für Speicherheizungen

Das gültige Netznutzungsentgelt für die Versorgung von Speicherheizungsanlagen nach dem Lastprofil S0 am Niederspannungsnetz der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH kann dem Preisblatt 2 entnommen werden.

Netznutzungsentgelt für Wärmepumpen

Für elektrische Wärmepumpen werden folgende Betriebs-Varianten angeboten:

„WP-Komfort"

Wärmepumpenbetrieb wird durch SWKN nicht unterbrochen. Es kommt das reguläre Netzentgelt gemäß Preisblatt 2 zur Anwendung.

„WP-Eco“

„WP-Eco“ sieht die Unterbrechung von Wärmepumpen mit 3 Unterbrechungen von einer Stunde Unterbrechungsdauer vor. Es kommt das in Preisblatt 2 veröffentlichte Netzentgelt für „WP-Eco“ zur Anwendung. Die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH legt die Unterbrechungszeiten netzorientiert wie folgt fest:

WPE1: 9-10 Uhr, 12-13 Uhr, 18-19 Uhr

WPE2: 10-11 Uhr, 13-14 Uhr, 19-20 Uhr

In allen Varianten von „WP-Eco“ wird am Wochenende (Samstag und Sonntag) und an gesetzlichen Feiertagen in Baden-Württemberg nicht unterbrochen. Der NT-Zeitraum bleibt unverändert zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr an allen Tagen der Woche bestehen.

„WP-Spar"

Für einen unterbrechbaren Wärmepumpenbetrieb mit 3 Unterbrechungen bis zu 2 Stunden Unterbrechungsdauer kommt das in Preisblatt 2 veröffentlichte Netzentgelt für unterbrechbare Wärmepumpen zur Anwendung.

Folgende Unterbrechungsvarianten können orientiert an der Netzlast derzeit angeboten werden:

WPS1: 8-9 Uhr, 11-13 Uhr, 21-23 Uhr

WPS2: 9-10 Uhr, 12-14 Uhr, 17-19 Uhr

WPS3: 8:30-9:30 Uhr, 11:30-13:30 Uhr, 18-20 Uhr

In allen Varianten wird am Wochenende (Samstag und Sonntag) und an gesetzlichen Feiertagen in Baden-Württemberg nicht unterbrochen. Weitere Unterbrechungsvarianten bleiben vorbehalten. Die Schwachlastzeit (NT) bleibt unverändert zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr an allen Tagen der Woche bestehen.

Neue Wärmepumpenanwender können selbst zwischen den oben aufgeführten Varianten wählen. Bestandskunden können mit schriftlicher Zustimmung ihres aktuellen Lieferanten ebenfalls eine der Varianten nachträglich wählen.

Bei Bestandsanlagen muss der Tonfrequenzrundsteuerempfänger (TRE) getauscht werden. Die pauschale Verrechnung des Austauschs des TRE bleibt vorbehalten.


 
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